Autor Wolfgang Hilbig wird 28. "Stadtschreiber von Bergen"

"Stadtschreiber von Bergen"

Der Autor Wolfgang Hilbig wird 28. "Stadtschreiber von Bergen" im Frankfurter Stadtteil Bergen- Enkheim. Der gebürtige Thüringer wird an seinem 60. Geburtstag, dem 31. August, sein Amt übernehmen.  Die Auszeichnung ist mit 30 000 Mark dotiert. Außerdem darf der Stadtschreiber ein Jahr lang kostenfrei im Stadtschreiberhaus Bergen wohnen und arbeiten.
Hilbig hat seit 1979 mehr als 20 Bücher - Gedichte, Romane und Erzählungen - veröffentlicht. Hilbig wird Nachfolger des Romanciers Peter Kurzeck.

Sein Leben

Wolfgang Hilbig wurde in Meuselwitz/Sachsen geboren und ist in der Bergarbeiterfamilie seines Großvaters, eines Bergarbeiters polnischer Herkunft, aufgewachsen. Der Vater ist seit dem Krieg vermisst, seine Mutter war Verkäuferin. Nach acht Jahren Volksschule, machte er eine Lehre als Bohrwerksdreher in der Meuselwitzer Werkzeugmaschinenfabrik.  Nach dem Wehrdienst wechselte er häufig die Arbeitsstellen und arbeitete als Werkzeugmacher, Heizer, Erdbauarbeiter, Hilfsschlosser. Im Jahre 1980 wurde er freischaffender Schriftsteller. 1985 siedelte er per Reisevisum in die BRD und ist seit 1994 wohnhaft in Berlin. 1996 Mitglied der Abteilung Literatur der Bayer. Akademie der Schönen Künste. Bekannt wurde er in der Bundesrepublik mit seinem Lyrikband “Abwesenheit”. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Brüder-Grimm-Preis, dem Kranichsteiner Literaturpreis, dem Ingeborg-Bachmann-Preis und dem Bremer Literaturpreis.

Aktuelles Werk

In diesem Frühjahr erschien Hilbigs neuer Roman “Das Provisorium”. Der Schriftsteller C. aus Leipzig - auf Lesereise in der BRD - läßt sein Visum verstreichen, fasst im Westen aber nur schwer Fuß. Doch auch das ehemals vertraute Leben ist endgültig ins Unerreichbare entschwunden. Ein Buch, das unübersehbar auf autobiografisches Material zurückgeht.

Auszeichnungen

1983 Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau
1985 Förderpreis der Akademie der Künste,Berlin (West)
1987 Kranichsteiner Literaturpreis, Darmstadt
1989 Ingeborg-Bachmann-Preis, Klagenfurt
1992 Berliner Literaturpreis (Stiftung Preußische Seehandlung) 1994 Brandenburger Literaturpreis
1995 Bremer Literaturpreis
1996 Literaturpreis der "Deutschen Schillerstiftung von 1859"
1996 Lessing-Preis des Freistaates Sachsen
1997 Fontane-Preis der Berliner Akademie der Künste

Werke

1979 Abwesenheit, Gedichte, Frankfurt a.M.
1982 Unterm Neomond, Prosa, Frankfurt a.M.
1983 Stimme Stimme, Gedichte und Prosa, Leipzig
1986 Die Versprengung, Gedichte, Frankfurt a.M.
1987 Die Weiber, Erzählung, Frankfurt a.M.
1989 Eine Übertragung, Roman, Frankfurt a.M.
1990 Über den Tonfall, Prosa, Berlin 
1992 Zwischen den Paradiesen, Gedichte und Prosa, Leipzig
1993 Grünes grünes Grab, Frankfurt a.M.
1993 Ich, Roman, Frankfurt a.M.
1994 Die Kunde von den Bäumen, Erzählung, Frankfurt a.M.
1994 Die Arbeit an den Öfen, Prosa, Berlin
1995 Abriß der Kritik, Frankfurter Poetikvorlesungen 
2001 Das Provisorium, Prosa