Alte Rathaus |
| Um 1320
wurde damals das sogenannte "Spilhus" gebaut.
Damals war es noch eine offene Halle mit einem hohen Dach
und war das Gerichtsgebäude. Durchreisende mußten
damals ihre Waren den Berger Bürgern anbieten, da Bergen
das "Stapelrecht" besaß. Das
"Spilhus" diente zeitweise sogar als Gotteshaus,
wie das Tabernakel in der Ostwand des Kellers verrät. Auch Feste feierte man früher im Rathaus. Im Keller lagerten die Weinfässer mit dem Wein, der von den Weinbergen der Gemeinde stammte. Vor der Kellertür befinden sich zwei Basaltsäulen, die zum einen von der Hubertuskappelle herstammen und später wahrscheinlich zur Befestigung von Seilen dienten, mit deren Hilfe die schweren Weinfässer auf der schiefen Ebene bewegt wurden. Das "Spilhus" wurde ursprünglich an der damaligen Ortsgrenze gebaut. Die Fenster in Richtung Frankfurt dienten ursprünglich als Schießscharten. Später übernahm das Untertor diese Funktion, nachdem die Befestigungsmauern errichtet wurden. 1530 wurde das "Spilhus" aufgestockt, da mehr Platz benötigt wurde, nachdem 1484 Bergen Gerichtsort geworden war. An der Weststeite wurde ein Treppenturm angebaut. Das Obergeschoß wurde mit einem prächtigen Fachwerk im Stil der bäulerlichen Renaissance versehen. Im Jahre 1704 wurde das Fachwerk verputzt und man errichtete für die Feuerspritze ein Tor mit einem barocken Rundbogen. Eine weitere Tür wurde geschaffen, die zum Wachlokal mit Arrestzelle führte. Ferner wurde ein kleines Türmchen auf dem Dach errichtet. Nach einer Renovierung im Jahre 1910 wurde das Rathaus im Jahre 1936 so umgebaut, wie es heute noch zu sehen ist. Seit 1959 beherbergt das Rathaus das Heimatmuseum. |